1. August 2021 | Monatsgedanke

Wohngemeinschaft mit Jesus – 08/21

Hast du ein Jahreswort? Kein Orakel oder Motto, sondern ein Wort, in der Stille am Jahresanfang von Gott erbeten, dass dich das Jahr hindurch begleitet. Mein Wort 2021 ist „Tür“. Ich dachte erst, ich hätte mich verhört, aber meine Gedanken kehrten immer wieder zur „Tür“ zurück.
Nun sagt Jesus von sich selbst in Joh. 10,9: „Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eintritt, wird er gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und gute Weide finden.“ Jesus ist die Tür zu Gott, unserem Vater. Er wartet auf dich und mich, er drängt sich nicht auf. Im Gegenteil in Off. 3,20 steht: „Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben.“
Eine WG mit Jesus – ein cooler Gedanke!

Wie ist das mit Jesus und meinem Lebenshaus? Ich habe ihm die Tür geöffnet, doch darf er auch in jedes Zimmer hinein? Ehrlich gesagt fällt mir das manchmal schwer. Da gibt es Winkel, die schaue ich mir selbst nicht so gern an. Viele Zimmertüren stehen offen, aber einige sind auch verschlossen. Manchmal muss ich sogar nach dem Schlüssel suchen, doch Jesus ist geduldig und wirklich gut im Finden. Er bleibt an meiner Seite, er überfordert mich nicht, drängt sich nie auf. Er ist einfach da, schreckt nicht vor meinem Chaos und Müll zurück. Er ist sogar richtig gut im Aufräumen und Sortieren! Er schaut sich mit mir hinter der vormals verschlossenen Tür um, räumt mit mir den Dreck weg und heilt meine Verletzungen. In seiner Kraft kann ich vergeben und um Vergebung bitten. Wir renovieren zusammen, um im Bild zu bleiben, so dass es wohnlich und gemütlich wird in meinem Lebenshaus.
Weil Jesus in mir lebt, kann ich die Tür zu meinem Lebenshaus auch für andere mutig öffnen und mich verschenken. Gottes Licht leuchtet aus den Fenstern meines Hauses und wärmt im Inneren.  Ich gebe es zu: da gibt es gute und weniger gute Tage. Ich bin auf dem Weg und ich arbeite daran, dass meine Gäste und Freunde immer öfter Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung in meinem Haus erleben (Gal. 5,22+23). Darum sind die WG-Treffen mit Jesus existentiell wichtig für mich, Momente, wo ich die Haustür schließe, um Zeit allein mit Jesus zu verbringen.

Und dann gibt es die Türen, durch die ich gern noch gehen möchte. In meinem Herzen sehne ich mich nach Freiheit und Weite. Wie kann ich nicht nur meine Tür öffnen, sondern auch mit weitem Horizont leben. Hinaustreten, neue Türen entdecken, sie neugierig, vielleicht ein wenig ängstlich, aber mutig und voller Freude öffnen und hindurchgehen in neues, unbekanntes Land. Gott hat so viel Schönes geschaffen: die Erde, Menschen, Tiere und viele Möglichkeiten. Auf meiner Bucket-List stehen z.B. eine Nordcap-Reise mit meinem Mann und unserem Hund, am liebsten im Wohnmobil, Neuseeland ist auch ein Traum, ein Golfkurs und auf jeden Fall mehr Zeit für Gäste, Leben teilen und feiern, sich die Lebenstüren öffnen.  Manche Tür kann ich schnell öffnen, manche kosten Mühe, andere sind noch weiter weg und sicher kommen neue Türen dazu.

Jetzt habe ich viel von mir geschrieben. Wie ist das bei dir? Hinter welche Zimmertür willst du mit Jesus schauen? Welche neuen Türen warten darauf von dir geöffnet zu werden? Und wen wolltest du schon lange in dein Lebenshaus einladen? Sprich mit Jesus über deine persönlichen Türen und vor allem öffne ihm die Tür zu deinem Leben, wenn du es noch nicht getan hast. Wie das geht? Rede mit ihm wie mit deiner Freundin, er ist nur ein Gebet weit von dir entfernt.

Die WG mit Jesus ist auf die Ewigkeit angelegt, er hat versprochen uns eine Wohnung im Haus seines Vaters vorzubereiten (Joh. 14, 2). Unser Zusammenleben ist im Wachsen, es ist mal intensiver, mal eher alltäglich und ja, es gibt auch Momente, da tue ich so, als wäre Jesus ausgezogen. Kennst du das? Er zieht aber nicht aus – Gott sei DANK! Ich will dankbar sein, achtsam im Hier und Jetzt leben, mutig Türen öffnen, Abenteuer mit Jesus erleben, dabei meine Tür offenhalten und nicht verlernen zu träumen. Du auch?

Stefanie Kühner (Kreisbeauftragte Frauen im Hessen-Waldeck-Kreis)