Monatsgedanke November

Es ist November. Regen und Nebel wechseln sich ab; die Sonne hängt oft nur als trüber Fleck am Himmel. Dazu gesellen sich noch Herbststürme und vielleicht auch die ersten nassen Schneeflocken. Der Monat November wird im altdeutschen Wortschatz als Nebelung bezeichnet. Eine Beschreibung, die für die meisten Tage im November sicher passend ist. Nebel verschleiert zu dieser Jahreszeit manchmal für Stunden ganze Landschaften.

In vorigen Jahrhunderten kamen mit dem herannahenden Winter auch noch die Wölfe in die Nähe der menschlichen Siedlungen. So bekam der November noch einen weiteren Namen: Wolfsmonat.

Der November ist für viele Menschen ein Monat der Traurigkeit. Wehmut und Melancholie machen sich breit. Der „Trauer- oder Totenmonat“, wie man den November auch im Volksmund nennt, ein Monat, in dem wir durch Feiertage wie Volkstrauertag und Totensonntag an unsere Verstorbenen denken und an die vielen Opfer, die durch Krieg, Terror und Katastrophen ums Leben kamen. Traurigkeit und Schwermut begleitet uns oft im November, doch wie sieht es in Wirklichkeit aus?

Die Natur legt ihr altes Kleid ab und bereitet sich auf ein neues Kleid vor. Zeit der Stille und Einkehr beginnt, man lässt in diesen Tagen im November das vergangene Jahr vielleicht noch einmal Revue passieren. Man erinnert sich an schöne Tage, die man zusammen mit lieben Menschen verleben durfte, oder man nimmt Abschied. Vergänglichkeit ist auch immer ein Neuanfang.

 

Ich mag den November. Ich mag die bunten Blätter, das Rascheln unter meinen Füßen, wenn ich einen Spaziergang durch den Herbstwald mache. Es beginnt die Zeit der Kerzen und des Lichtes. Überall wird geschmückt und man bereitet sich am Ende des Monats November auf die Adventszeit vor. Das Licht der Kerzen gibt mir innerliche Wärme und Geborgenheit.

Und nach Licht sehnen wir uns….. Das wurde mir deutlich beim Durchgehen, oder besser gesagt: Durchwaten des Hiskia-Tunnels in der Altstadt von Jerusalem. Es war sowas von dunkel. Am Anfang dieses gut 500 Meter langen unterirdischen Wassertunnels ging es ja noch. Aber als wir dann die Lampen ausmachten, umfing uns eine tiefschwarze Nacht, eine Dunkelheit, die man nicht beschreiben kann. Und dann sollten wir schweigen, um auf das Plätschern des Wassers zu hören, das wir gerade durchschritten. Und zu der Finsternis gesellte sich dann noch eine völlige Orientierungslosigkeit. Wie gut, dass wir unsere Taschenlampen wieder anknipsen konnten.

Am letzten Sonntag im November (meistens jedenfalls) feiern wir Advent – Jesus, das Licht der Welt, kam zu uns. Gott wurde ein Kind.

„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. ….. (Joh. 1)

Jesus sagt in Joh. 8,12 von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Wer Jesus folgt, in dessen Leben gibt es keine Dunkelheit.

Lasst uns neu dankbar darüber werden.

Ilona Rosenkranz

 

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