1. März 2021 | Monatsgedanke

Monatsgedanke März 2021

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen……. (Psalm 121)

Noch immer befinden wir uns in einer extremen Ausnahmesituation. Wer hätte vor einem Jahr damit gerechnet, dass ein mikroskopisch kleiner Virus uns so beherrschen würde. Er zwingt starke Industrieländer in die Knie,   bringt den internationalen Reiseverkehr weitgehend zum Stillstand und verängstigt die ganze Weltbevölkerung.

Auch ich habe oft Angst – wenn wieder die neuesten Nachrichten und Zahlen der Corona-Pandemie genannt werden. Woran kann ich mich festhalten? Wer ist mir Hilfe?

Oft kommt mir dann ein hebräisches Lied in den Sinn, das ich vor vielen Jahren einmal gelernt habe: „esah einai el heharim, meayin yavo ezri.  ezri me’im hashem oseh shamayim va’aretz.“

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?“ Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Im Westerwald kein Problem, da gibt es genug Hügel, zu denen man die Augen aufheben kann. Und auch für den Sänger des Psalms war das kein Problem. Die ersten beiden Worte bezeichnen den Psalm als ein Wallfahrtslied. Zur Zeit der Psalmen war Jerusalem DAS religiöse Zentrum Israels. Hier stand das Bundeszelt, später der Tempel. Hier fand Gottesbegegnung statt, hier wurde die großen religiösen Feste gefeiert. Und es war die heilige Pflicht eines jeden Israeliten, so oft wie möglich, am besten zu jedem der großen Feste, nach Jerusalem zu pilgern. Verlaufen konnte man sich auch nicht – Jerusalem liegt auf 800 m in den Judäischen Bergen. Wenn man aus der Ebene kam und nach Jerusalem wollte, musste man da hinauf – wie soll ich da wohl hochkommen, ganz ohne Aufzug?

Aber die Pilger hatten bestimmt ganz andere Sorgen und Ängste als den langen, steilen und mühsamen Aufstieg. Es gab viele Räuber und Wegelagerer in dieser Gegend und oft kam der Pilger ausgeraubt und geplündert in Jerusalem an. Und in diese Situation hinein, in diesen ungewissen Aufstieg, schreit der Psalmbeter seine Frage: wer wird meine Hilfe sein?

Manchmal kommen uns Probleme und Situationen in unserem Leben wie Berge vor. Man steht davor und es türmt sich auf – man sieht keinen Ausweg mehr – ein Gebirge tut sich auf. Und da soll ich drüber kommen?  Wie soll ich das schaffen? Was sind unsere Berge? Was türmt sich vor uns auf? Was macht uns Angst- gerade jetzt, aktuell? Woher kommt mir Hilfe?

Nach der Frage kommt in unserem Psalm die Antwort:

Meine Hilfe kommt vom Herrn… Punkt. Mehr braucht es doch nicht. Oder? Damit sind alle Fragen beantwortet. Das Lied wäre dann doch etwas kurz, aber vom Inhalt her durchaus fertig.

Dem Psalmschreiber ist es aber doch wichtig, Gott zu beschreiben, der uns Hilfe ist. Er möchte uns sein Wesen und seine Eigenschaften vor Augen malen.

Er ist Schöpfer Himmels und der Erden.

Er schläft und schlummert nicht.

Er spendet Schatten.

Er behütet nicht nur den Körper – auch die Seele.

Er ist da – jetzt und für immer – unser Gott ist ein ewiger Gott.

Ergebnis: Sorgen und Nöte in unserem Leben sind real und wir müssen sie ernst nehmen. Aber wir müssen nicht vor Furcht und Panik erstarren oder sogar resignieren. Denn es gibt Hilfe und Rettung. Es gibt Beistand – und zwar gewaltigen. Der Schöpfer Himmels und der Erde will für uns sorgen – und das jetzt und alle Zeit. Wenn das mal keine gute Nachricht ist.

Ilona Rosenkranz (Kreisbeauftragte für Frauen im Dill-Westerwald-Kreis im Bund FeG)