Monatsgedanke Juni

Herzensschätze

Und du sollst Jahwe, deinen Gott, mit ganzem Herzen lieben, mit ganzer Seele und ganzer Kraft. Und die Worte, die ich dir heute verkünde, sollen in deinem Herzen sein. Präge sie deinen Kindern ein und rede davon, ob du in deinem Haus bist oder unterwegs, ob du dich hinlegst oder aufstehst. Du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden und als Merkzeichen auf deiner Stirn tragen. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses schreiben und an deine Tore.

  1. Mose 6,5-9 (Hfa)

Warum sind wir Menschen eigentlich so vergesslich? Manchmal hab ich echt das Gefühl, mein Hirn ist wie ein Sieb. Und das natürlich gerade bei den wichtigen Sachen. Den unwichtigen Kram kann ich mir oft aus irgendeinem Grund viel besser merken. Vor einiger Zeit stand ich doch tatsächlich an der Kasse und wollte mit Karte zahlen und hatte auf einmal meine PIN vergessen! 20 000-mal schon ohne Probleme eingegeben und auf einmal stehe ich da wie ein Volltrottel und mir fallen diese vier kleinen Zahlen nicht mehr ein. Ich hätte echt im Boden versinken können …

Leider vergesse ich auch die wirklich wichtigen Wahrheiten im Leben viel zu oft. Manchmal ist mein Kopf so vollgestopft mit dem Müll, den die Welt mir eintrichtert, dass ich die Schätze vergesse, die mir Gott tief in Herz und Kopf setzen möchte.

Es ist so wichtig, dass wir uns mit Gottes Schätzen füllen. Und das immer wieder. Wir müssen ausgerüstet sein, wenn wir mit falschen Botschaften bombardiert werden. Wir müssen wissen, was Gottes Wort sagt, um etwas dagegensetzen und fest stehen zu können und nicht wie ein Fähnchen im Wind zu sein.

Sein Wort in uns zu haben ist ein unbezahlbarer Schatz, den uns niemand nehmen kann. Und wir können diesen Schatz jeden Tag auffüllen. Durch das Lesen und Verinnerlichen unserer Bibel sammeln wir Gold. Und durch das bewusste Auswendiglernen von Bibelversen oder ganzen Abschnitten sammeln wir Diamanten.

Aus irgendeinem Grund ist gerade das Auswendiglernen der Bibel ziemlich aus der Mode gekommen. Und ich glaube, es gibt kaum einen schlimmeren Fauxpas. Wie sollen wir uns in einer verdrehten Welt, in der es drunter und drüber geht, zurechtfinden, ohne den Wegweiser des Lebens zu kennen? Wie wollen wir über ethische Fragen diskutieren, wenn wir nicht wissen, was die Bibel bzw. Gott dazu sagt? Wie wollen wir uns überhaupt über Glaubensthemen und Fragen austauschen, wenn wir nicht einmal mehr wissen, was den Glauben ausmacht? Wenn ich die Bibel nicht mehr kenne, bin ich allein auf mich angewiesen. Und das ist fatal. Denn ich bin ein fehlerhafter Mensch mit begrenztem Verstand.

Wenn ich mal darüber nachdenke, was meine Großeltern noch alles auswendig konnten! Sie waren in der Bibel zu Hause. Ich habe die Bibel meines Opas immer geliebt. Sie war von oben bis unten angemalt und markiert. Jede Seite war abgegriffen. Überall Notizen und Querverweise.

Jede Minute, die mit Bibellesen verbracht ist, ist eine wertvolle Minute. Meine Oma war in den letzten Jahren ihres Lebens fast vollständig blind. Aber sie hatte sich in ihrem Leben einen Schatz im Herzen angesammelt. Ein Schatz voll von Gottes Wort. Sie konnte von diesem Schatz in ihren letzten Lebensjahren zehren. Denn auch wenn wir ihr gerne aus der Bibel vorgelesen haben, so konnten wir es ja nicht ständig. Es gab viele Stunden, in denen sie dann doch allein war. Aber sie hatte ein Leben lang mit Jesus gelebt und schöpfte nun aus diesem Schatz.

Von meinen Großeltern habe ich gelernt, wie wichtig und hilfreich das Auswendiglernen von Bibelversen ist. Wenn man in Not ist, wenn man krank wird oder alt, dann hat man einen Schatz parat, nicht nur im Herzen, sondern auch im Kopf.

Warum sind wir oft nicht so fit darin? Es ist ja nicht so, als seien wir unfähiger, Dinge auswendig zu lernen, als es unsere Eltern oder Großeltern waren. Wahrscheinlich liegt der Grund eher in unserer Blickrichtung. Wir kennen heute oftmals den unwichtigen Kram auswendig und vergessen die Schätze.

Denn: Was bringt es dir, den letzten Kinohit mitsprechen zu können, wenn deine langjährige Beziehung in die Brüche geht? Was bringt es dir, genau zu wissen, in welcher Minute Bayern den Ausgleich geschossen hat, wenn dein Arzt dir eine ernste Diagnose stellt? Was bringt uns unser Wissen in Nebensächlichkeiten, wenn unsere Welt ins Wanken gerät? Wenn wir Fragen haben? Angst vor dem Morgen haben?

Wir brauchen einen wahren Schatz in unserem Herzen. Einen unvergänglichen. Der echten Wert hat für unser Leben. Und der immer aktuell ist und nie aus der Mode kommt. Dann kann der Heilige Geist auch darauf immer wieder zugreifen.

Es ist so wundervoll, wenn man in den verschiedensten Lebenssituationen aus der Fülle der Bibel schöpfen kann. Da muss es gar nicht um dramatische Extremsituationen gehen. Es können auch diese total normalen Alltagsmomente sein. Ein schöner ermutigender Vers, der einem einfällt, wenn man gerade die Geburtstagskarte für die Tante schreibt. Ein weiser Tipp aus den Sprüchen, wenn man sich fragt, wie man sich in einer kniffligen Situation auf der Arbeit verhalten soll. Ein schöner Psalmvers, der einem hilft, von den turbulenten Umständen weg auf Jesus zu sehen.

Es gibt keine Lebenslage, in der wir nicht auch Begleitung in der Bibel finden würden. Die Bibel ist ein Schatz. Wir sollten vielleicht mehr versuchen, sie so zu behandeln … Wir können unserem Herzen nichts Besseres gönnen.

Ein Auszug aus dem Buch:

So geliebt bist du, Sofapausen mit Jesus von Anne Löwen

BRUNNEN Verlag, ISBN 978-3-7655-0699-4

 

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