Monatsgedanke Juli

Was darf’s denn kosten?

Wenn ich zur Floristin meines Vertrauens gehe und einen Blumenstrauß kaufe, dann bekomme ich in der Regel als erstes die Frage nach dem Preis gestellt: Was darf´s denn kosten? Erst dann folgt die Frage nach Farbe und Art der Blumen.

Was darf´s denn kosten? Welchen Wert soll der Strauß haben? Und irgendwie klingt es immer so ein bisschen wie: Was ist dir denn der andere wert? Was bist du bereit auszugeben, um der beschenkten Person eine Freude zu machen? Wie hoch darf der persönliche Einsatz sein?

Im Wort „kostbar“ stecken die „Kosten“ drin. Etwas ist kostbar, weil es etwas kostet: Es hat seinen Preis.

Im Matthäusevangelium lesen wir »Gottes himmlisches Reich ist wie ein verborgener Schatz, den ein Mann in einem Acker entdeckte und wieder vergrub. In seiner Freude verkaufte er sein gesamtes Hab und Gut und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.“

Der Finder entscheidet sich, alles was er besitzt zu verkaufen, um dafür den Acker mit dem Schatz kaufen zu können. Er bringt alles ein, was er hat. Er setzt alles auf eine Karte.

Wer dem Reich Gottes begegnet, wer den Glauben entdeckt, der findet etwas so wertvolles, etwas so kostbares, dass jeder Einsatz gerechtfertigt ist.

Glaube ist ein Schatz, der es wert ist, alles was mir sonst immer wertvoll und kostbar gewesen ist, aufzugeben.

Ist das nicht furchtbar unvernünftig? Ist der Einsatz nicht etwas übertrieben?

Die Frage ist durchaus berechtigt: An anderen Stellen fordert Jesus Menschen, die ihm nachfolgen wollen genau dazu auf: Sie sollen genau abwägen, ob ihnen die Nachfolge den geforderten Einsatz wert ist.

Ich denke an solchen Stellen immer: Jesus, wie kannst Du nur! Mit so abschreckenden Fragen gewinnt man doch keine Nachfolger!

Und gleichzeitig bin ich froh, dass Jesus so konsequent mit offenen Karten spielt: Glaube ist ein kostbares Geschenk, er ist ein Schatz, aber es gibt ihn nicht umsonst. Glaube hat einen Preis

Von Jim Elliot ist der Satz überliefert: „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.“

Als Jugendliche habe ich mich darüber geärgert: Mein Leben als Missionarskind hatte ich mir nicht ausgesucht. Auf die Einschränkungen und Nachteile, die dieses Leben aus meiner Sicht mit sich brachte, hatte ich keine Lust.

Heute finde ich den Satz bedenkenswert: Was ist es mir wert, an Jesus zu glauben? Was bin ich bereit aufzugeben oder loszulassen, um Jesus nachzufolgen? Wie kostbar ist der Glaube für mich? Was darf´s denn kosten?

Dagmar Hees

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