Monatsgedanke August 2020

Psalm 121,1b-3

Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Der HERR wird nicht zulassen, dass du fällst; er, dein Beschützer, schläft nicht.

Sie sind zusammen in den Bergen unterwegs. Heute soll es die Steilwand sein. Alle sind gute Bergsteiger und top in Form. Doch dann eine dramatische Szene. Ein Stein am Felsen löst sich und stürzt nach unten. Eine will dem Stein ausweichen, tritt daneben und kann sich nicht mehr halten. Sie fällt. Doch eine Schrecksekunde später baumelt sie am straff gespannten Seil an der Wand. Ein kleiner Sicherheitshaken hat sie gerettet. Friend nennt man diese Haken. Übersetzt heißt das Freund. Dank diesem Freund kann sie unversehrt weiterklettern.

Szenenwechsel. Raus aus dem Film ins echte Leben. Denn ich kann wirklich nicht klettern. „Abstürze“ kenne ich aber trotzdem.

  • Die Resignation. Wenn wir auch nach 13 Ehejahren immer noch heftig über die gleichen Themen streiten.
  • Die Verzweiflung. Als wir nach monatelanger Wohnungssuche immer noch nichts Bezahlbares gefunden haben.
  • Die Mutlosigkeit. Wenn sich eine verzwickte Situation auf der Arbeit einfach nicht ändern will.
  • Die Überforderung. Wenn mir alles über den Kopf wächst und ich gar nicht weiß, wo ich anfangen und wie ich das alles schaffen soll.

Manchmal habe ich dann auch das Gefühl zu fallen. Ins Bodenlose zu stürzen. Keinen Halt in meinem Leben mehr zu haben.

Doch schon ein Blick in die Bibel zeigt mir, dass ich mit solchen Gefühlen und Gedanken nicht allein bin. Zum Beispiel Psalm 121. Da fragt einer, wer ihn vor dem Absturz bewahren könnte? Wo kommt die Hilfe her? Der Fragende hebt den Blick zu den Bergen. Zu den Gipfeln der Erde, die scheinbar den Himmel berühren können. Zu den majestätischen, gewaltigen, manchmal angsteinflößenden Schauspielen der Natur. Und die Frage steht im Raum: Von welcher dieser Höhen kommt mir denn nun Hilfe? Welcher der vielen Götter, die in der Welt angebetet werden, kann und wird mir helfen? Auf welches Hilfsmittelchen soll ich mein Vertrauen setzen? Wen kann ich in der Notlage anrufen? Wer hilft mir, wenn ich nicht mehr weiterweiß? Die Antwort folgt prompt. Sie ist ein vertrauensvolles Bekenntnis. Ein persönlicher Erfahrungsbericht. Meine Hilfe, die kommt von Jahwe. Dem einzigen Gott. Von dem, der alles, Himmel und Erde, gemacht hat. Er bewahrt vor dem Absturz.

In unserem Traugottesdienst haben wir während der Predigt einen friend geschenkt bekommen. Diesen kleinen Kletterhaken, der Leben retten kann. Der Pastor sagte uns dazu: „Wenn ihr fallt, dann ist es der friend, der euch Sicherheit gibt und vor dem Abstürzen bewahrt. Dieser friend ist euer Freund Jesus Christus.“

Manchmal baumelte ich tatsächlich schon am Seil an der Wand. Ich musste mich mühsam wieder hochziehen, um weiter machen zu können. Aber mein friend, Jesus Christus, hat mich bisher immer zuverlässig aufgefangen. Er hat mir bisher immer genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt geschenkt. Das macht mir Mut für die nächsten Abschnitte in meinem Leben. Denn mein Beschützer schläft nie.

Kathrin Gottschick

 

Bild von Simon Steinberger auf Pixabay

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