1. Oktober 2021 | Monatsgedanke

Jammerlappen ade – 10/21

Millionen Deutsche jammern über die Spritpreise. Fahren aber mit dem Auto zum Fitnessstudio, um dort Fahrrad zu fahren.

Wusstest du, dass die Deutschen Weltmeister im Jammern sind? In keinem anderen europäischen Land jammern die Menschen so viel wie bei uns – obwohl es uns vergleichsweise ziemlich gut geht. Leider macht der Jammerlappen auch bei mir immer wieder Halt. Ich jammere über das Wetter: Das war natürlich diesen Sommer viel zu kalt und nass. Letztes Jahr habe ich übrigens auch gejammert. Da war es mir im Sommer zu heiß und trocken. Ich jammere über die viele Wäsche, die ich täglich bearbeiten muss. Sonntagmorgens jammere ich allerdings, weil ich nichts Passendes im Kleiderschrank finde. Diese Liste könnte ich endlos weiterführen…

Als ich vor einiger Zeit mal wieder so richtig im Jammermodus war, bin ich über folgenden Vers aus der Bibel gestolpert:

„Lieber ein ruhiger Winkel unterm Dach als ein ganzes Haus zusammen mit einer ständig nörgelnden Frau.“ (Sprüche 21,9 Gute Nachricht Übersetzung)

Ups. Das saß. Seitdem versuche ich den Jammerlappen gleich wieder auszuwringen, sollte er mal wieder die Oberhand gewinnen. Und es gibt tatsächlich ein paar Tipps und Tricks, die mir dabei helfen.

1. Blickwinkel ändern!

Aus welchem Blickwinkel heraus betrachte ich eigentlich gerade die Welt, meine Umgebung, meine Familie oder meine Gemeinde? Wenn ich jammere, legt sich so etwas wie ein grauer Schleier auf meinen Blick. Dann heißt es Kopf heben. Ich bitte Gott, meinen Blick bewusst auf das Positive und Schöne zu lenken.

2. Kraftquelle „Gott“ anzapfen!

Auf welche Kraftquelle verlasse ich mich in meinem Leben? Beim Jammern sehe ich nur meine Kraft und meine Ressourcen. Dabei komme ich ganz schnell zu dem Schluss, dass ich das nicht schaffe. Dagegen ermutigt mich die Bibel volles Vertrauen auf Gott zu setzen.

Verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern setze dein Vertrauen ungeteilt auf den Herrn! Denk an ihn bei allem, was du tust; er wird dir den richtigen Weg zeigen.“ Sprüche 3,5-6

3. Identität klären!

Fühle ich mich nur als Opfer der Umstände oder kann ich mich als Kind Gottes sehen? Gott, mein Vater, hat mich mit so viel Verstand und Klugheit ausgestattet, dass ich fähig bin zu handeln.

4. Dankbarkeit lernen!

Danken und Jammern schließt sich gegenseitig aus. Beim Danken drehe ich mich nicht mehr nur um mich und meine Probleme und Nöte, sondern stelle Gott in den Mittelpunkt.

Ich merke immer wieder, dass ich es selbst in der Hand habe, ob ich im Jammertal versacke oder mutig voran gehe. Dabei muss ich eigentlich gar nicht so viel machen. Wenn ich mich permanent an meinem himmlischen Vater ausrichte, dann reicht das schon.

 

Kathrin Gottschick (Mitglied im Arbeitskreis Frauen)