1. Oktober 2025 | Monatsgedanke

Hoffnung L(I)eben – 10/25

1. Oktober 2025

Das war der Titel einer Talkshow im Kreisrat des Bergischen Kreises. Immer noch bin ich tief beeindruckt von dem, was drei Menschen unterschiedlichen Alters dazu beigetragen haben. Sie haben sehr ehrlich vom Scheitern, von Zweifeln, von wunderbarer Heilung und Geschichten ohne Happyend erzählt. Und wie sie mittendrin doch immer wieder Gott begegnet sind. Hoffnung geschöpft haben.

Was ist eigentlich Hoffnung?

Wikipedia gibt diese Antwort: „Hoffnung ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht.“

Ich gebe einen zusätzlichen Suchbegriff ein: Hoffnung und Bibel. So stoße ich auf einen Bibelvers:

Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann.  (Psalm 62,6-7 – Neues Leben Bibel)

Ich entdecke einen großen Unterschied: Ich kann auf e t w a s hoffen (Dann geht es um Ergebnisse: Gesund werden, genug Geld haben, eine Prüfung schaffen, Kraft für eine Aufgabe bekommen…).

Oder ich kann Vertrauen wagen, weil ER die Hoffnung in Person ist. Die Beziehung zu Gott ist dann das Wesentliche.

Soweit die Theorie. Aber wie wirkt sich das aus? Ich spüre, dass es einen Unterschied macht, ob ich sage: Ich habe Hoffnung, ich rede von Hoffnung oder eben ich lebe Hoffnung.

Wir haben als Nachfolger Jesu die Hoffnung auf das ewige Leben. Und wir lesen in Gottes Wort, was auf dem Weg dahin alles geschehen kann oder wird. Und trotzdem sind wir doch auch oft ängstlich, verunsichert, sorgenvoll, ratlos wie die Menschen um uns herum. Möchten manchmal gar keine Nachrichten mehr hören oder Fernsehbilder anschauen. Schimpfen über unmögliche Politiker. Oder geht es nur mir so?

Ich denke wieder an die Talkgäste: Das, was sie letztlich gehalten hat oder hält, war, dass sie sich mit ihrer ganzen Existenz an Gott, die lebendige Hoffnung, geklammert haben. Vielleicht eine Art „Dennoch-Glaube“ oder „Dennoch-Hoffnung“:

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.  (Psalm 73,23 – Lutherbibel)

Eine Erfahrung eines Talk-Gastes ist mir wie ein Schatz geworden. Sinngemäß erzählte sie so: Meine Gemeinde war/ist mir ein ganz großer Halt in dieser Krise. Sie hat mich getragen. Zeitweise war ich stumm. Dann hat sie für mich gesungen, Gott gelobt und für mich geglaubt…

Hoffnung leben im Miteinander. Gemeinsam in Gottes Schutzburg ausharren. Das ist ein guter Anfang. Ich wünsche uns täglich eine Portion „Dennoch-Hoffnung“. Es wird nicht alles gut, aber ER ist und bleibt gut.

Brigitte Strauch (Mitglied des Arbeitskreis Frauen)