1. August 2025 | Monatsgedanke

Hoffnung im Heute 08/25

1. August 2025

Ich weiß nicht, ob Du angesichts dessen, was in der Welt aktuell los ist, Hilflosigkeit und Ohnmacht erlebst oder fühlst. Noch sind wir hier nicht so betroffen wie viele andere Menschen auf der Welt.

Umweltkatastrophen wie Überflutungen, Dürren u.ä. gibt es auch in Deutschland, Krieg und Verfolgung (noch) nicht. Doch wir sehen, wie alles das zunimmt auf dieser Welt, und angesichts politischer Entscheidungen, autokratischer Herrscher, Folgen des Klimawandels und zunehmender Kriege kann einem schon Angst werden. Gefahr scheint an allen Ecken zu lauern. Wie sollen wir damit umgehen? Mutlosigkeit macht sich auch unter Christen teilweise breit.

Flucht (in Ablenkung, in Süchte, in…) oder Erstarren (innerlich oder tatsächlich) sind mögliche Reaktionen auf das, was uns täglich in den Nachrichten und unseren Unterhaltungen begegnet. Typische Reaktionen auf Situationen, die höchst bedrohlich bzw. traumatisch sind oder wirken.

Ein seelisches Trauma entsteht, wenn völlige Hilflosigkeit, Gefahr und Ohnmacht erlebt werden und es keine andere Möglichkeit mehr gibt als Flucht, Kampf oder Sich-Totstellen. Menschen, die traumatisches erlebt haben und an den Folgen leiden, benötigen eine gute Versorgung in den Bereichen der Autonomie, der Sicherheit und ein Beziehungsangebot (Bindung).

Doch es gibt eine gute Nachricht:

Selbst wenn wir nicht traumatisiert sind durch das, was wir sehen und erleben, ist Gott doch derjenige, der uns genau das gibt, was Menschen benötigen, um das Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht zu überwinden:

Er bietet uns Bindung: Seine Liebe gilt dir und mir. Er ist ein Gott, der Beziehung möchte und diese aufrecht erhält, selbst wenn ich aus dem Kontakt gehe. Er ist mehr als empathisch, er ist der, der mich mit allen meinen Gedanken und Gefühlen kennt und trotzdem annimmt und liebt. (Joh 3,16; 1Joh 3,16; 1Joh 4,10: Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt. Er hat seinen Sohn gesandt, damit er durch seinen Tod Sühne leiste für unsere Schuld.)

Er gibt uns Sicherheit: Er lässt uns nicht im Unklaren darüber, dass diese Welt tatsächlich Kriege, Verfolgung, Naturkatastrophen für uns bereithält. Er ist im höchsten Maße transparent. Wer die Endzeitreden Jesu und die Offenbarung liest, kann das erkennen. Gleichzeitig ist Gott jedoch auch der, der die Macht in alle dem behält. Auch das wird in seinem Wort deutlich gesagt und kann uns Sicherheit geben. (Offenbarung; Mt 24; Joh 16,4: Aber ich habe es euch gesagt. Wenn es eintrifft, werdet ihr an meine Worte denken.)

Er greift nicht in unsere Autonomie ein, wenn wir das nicht möchten. Er lässt uns unseren freien Willen, gibt uns Entscheidungsmöglichkeiten. Und selbst wenn wir seine Hand ergreifen und mit ihm unterwegs sind, bleibt er partizipativ. Er möchte, dass wir mit ihm gestalten und wirken. Er will nicht über uns verfügen, sondern uns gebrauchen. Wir dürfen mit ihm die Welt verändern. (1Kor 6,13; Jos 24,15; Eph 2,10; 1Petr 2,16: Handelt als freie Menschen; aber missbraucht eure Freiheit nicht, um ein zuchtloses Handeln damit zu entschuldigen. Denkt daran, dass ihr nur frei seid, weil Gott euer Herr geworden ist.)

Gott ist größer und an unserer Seite! Er bietet Dir seine Liebe und seine Kraft an – und lässt Dir die Entscheidung, ob Du dies annimmst.

Ich meine, dass dies alles Grund zur Hoffnung in aller Hoffnungslosigkeit, Grund zur Gelassenheit trotz scheinbarer Hilflosigkeit ist und verhindern kann, dass uns das Weltgeschehen überwältigt.

Jesu letzte Worte auf der Erde an seine Nachfolgerinnen und Nachfolger handeln genau davon: Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben. Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28,18+20).

Anke Weiß (Mitglied im Arbeitskreis Frauen)