1. Dezember 2025 | Monatsgedanke

Advent – Hochsaison für „Kidults“ 12/25

1. Dezember 2025

Überall scheint es jetzt Kuscheltiere, Sammelfiguren und Spielzeug für Erwachsene zu geben – ein bekannter dänischer Hersteller von bunten Plastikbausteinen bringt ganze Serien heraus, die sich mehr an Erwachsene als an Kinder richten. Immer mehr Menschen bezeichnen sich selbst als „Kidults“ – eine Wortmischung aus „Kid“ und „Adult“. Erwachsene, die spielen, sammeln, basteln. Man kann das befremdlich finden, als wollten Menschen einfach nicht erwachsen werden. Vermutlich ist es aber einfach die Sehnsucht danach, Leichtigkeit und Freude zurückzugewinnen in einer Welt, die oft so ernst und anstrengend geworden ist.

Kinder machen es uns vor, wie gut es tut, sich im Hier und Jetzt zu verlieren und auf kleine Dinge zu freuen – sei es das nächste Stück Schokolade oder der Countdown bis Weihnachten. Vorfreude ist ihre Paradedisziplin. In der Adventszeit, wenn Plätzchenduft in der Luft liegt und Lichter blinken, steigt die Sehnsucht: Noch einmal dieses ungetrübte Freuen, noch einmal unbedarft wünschen dürfen und gespannt sein, was kommt. Kinder fragen: „Wie oft muss ich noch schlafen, bis endlich Weihnachten ist?“ – und du denkst vielleicht insgeheim: „Ich würde auch gern mal wieder so voller Vorfreude auf das Leben schauen!“

Der Advent ist eine wunderbare Zeit dafür: Warten, Vorfreude, kleine Rituale. Kinder sind darin Meister. Sie zählen die Tage bis zum Geburtstag, sie fiebern dem Fest entgegen, sie fragen: „Wie oft muss ich noch schlafen, bis…?“ Erwachsene können das oft verlernen, aber Jesus lädt ein, die Vorfreude wieder auszupacken und das Staunen zuzulassen – gerade auch im Glauben. Die Adventszeit bietet Raum, sich fallen zu lassen und aufzutanken. Zwischen Kerzenlicht, Plätzchenduft und geheimnisvollen Geschenkevorbereitungen dürfen wir das Staunen wiederentdecken – über die unglaubliche Botschaft: Gott wird Mensch. Und dann ist dieses kindliche Staunen keine Flucht aus der Realität, sondern ein Weg zu tieferer Wahrheit.

An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist, mit allem Drum und Dran: Hoffnung, Enttäuschung, Lebensfreude und ausgelassene Feiern, Müdigkeit, Sehnsucht nach Nähe – die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen hat er durchlebt. Er weiß auch, wie es ist, wenn das Leben schwerfällt. Und genau deshalb lädt er uns ein: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen“ (Matthäus 11,28). Ich darf mal Pause machen vom Erwachsensein. Wer Lust hat, mal wieder unbeschwert das innere Kind herauszulassen, findet bei Jesus offene Arme – schon seine ersten Tage als Kind im Stall waren voller Staunen, Leben und Neuanfang.

In diesem Advent: Trau dich, ein bisschen „kidult“ zu sein! Plätzchen backen ohne Perfektionsdruck, möglichst große Schneemänner bauen, laut singen, ein großes Geheimnis um geplante Geschenke machen oder einfach mal albern sein. Vorfreude bringt Licht ins Herz, denn wir dürfen wissen: Gott kommt uns entgegen.

Kristina Dinger (Mitglied im AK Frauen)